Berufsorientierungswoche des Jahrgangs 12

Ein fünftägiger Einblick in die vielfältige Studien- und Berufswelt

von Emre A. aus der 12d (Schuljahr 2014/2015)

Jeweils in der ersten Woche nach der Halbjahrespause findet für die Jahrgangsstufe 12 der Stadtteilschule Horn die Berufsorientierungswoche statt. Fragen wie „Was soll ich studieren?”, „Worin liegt der Unterschied zwischen dualem Studium und dem normalen Studium?”, „Wie kann ich mein Studium finanzieren?” sollen unter anderem in der fünftägigen Projektwoche beantwortet werden.

Dieses Jahr fand für den zwölften Jahrgang der Stadtteilschule Horn die Berufsorientierungswoche vom 2. bis zum 6. Februar 2015 statt. Die Tutorengruppen hatten jeweils einen individuellen Tagesablauf. Themen wie „Kompetenzfeststellung“, „Bedeutung von Ausbildung und Studium“ und „Zeitmanagement“ wurden behandelt. Hier der Wochenablauf der Klasse 12d: 

Tag Eins: Das Stuhlspiel

Zu Beginn des ersten Tages wurden die Bedeutung und der Wert von Ausbildung und Studium besprochen, indem die Schülerinnen und Schüler zunächst in Gruppenarbeit Argumente für bzw. gegen Ausbildung sowie für bzw. gegen das Studium erarbeitet haben.

Am selben Tag kam es zur biografischen Arbeit. Hier wurden folgende Themen bzw. Fragen behandelt: „Was ist Erfolg und was sind meine Erfolge? Was sind meine Berufsvorstellungen von gestern und für morgen? Was sind meine sozialen Kompetenzen? Wie ist mein Lern- und Arbeitsverhalten und welche interkulturellen Kompetenzen besitze ich?“

Bevor die Schülerinnen und Schüler ihre soziale Kompetenzen selbst einschätzten, hatten sie die Teamaufgabe „Stuhlspiel“ gelöst: Die Gruppe von 20 Schülerinnen und Schülern hatte fünf Stühle. Sie musste auf den Stühlen sein und durfte den Boden somit nicht berühren. Dann musste sie versuchen, von einer Seite des Raumes zur anderen Seite zu gelangen, ohne den Boden zu berühren. Hierdurch kam es zu engem Körperkontakten, was für die Klasse 12d kein Problem war. In der Klasse gab es bereits eine Vertrautheit. Das einzige Problem war die Kommunikation zwischen den Schülern und Schülerinnen. Doch am Ende gelang es ihnen, die Teamaufgabe zu lösen.

Tag Zwei: Das Planspiel

Am zweiten Tag wurde ein Planspiel mit dem Programm Joblab durchgeführt. Ziel des Planspieles ist es, interessante Studienberufe zu entdecken und deren Besonderheiten mit den eigenen Vorstellungen und Neigungen zu vergleichen. Dabei werden auch Ähnlichkeiten und Unterschiede zwischen Studienfächern und Berufen dargestellt.

Am selben Tag wurden die Schülerinnen und Schüler in Gruppen eingeteilt, die bestimmte Themen bzw. Fragen behandeln sollten. Unter anderem wurden Fragen wie „Studium in Hamburg oder woanders?“ und „Privat oder staatliche Universität?“ gestellt. Nach den Präsentationen der Gruppenarbeit gab es jeweils eine Fragerunde.

Tag Drei: Vorträge über duale Studiengänge

Am dritten Tag besuchte der zwölfte Jahrgang die Ganztagsstadtteilschule Mümmelmannsberg. Dort wurden unter dem Titel „Vorstellung Dualer und Verwaltungsstudiengänge“ acht verschiedene Studiengänge von mehreren Hochschulen und Bereiche der Hamburger Verwaltung präsentiert. Die Vorstellungen fanden jeweils um 9.00 Uhr, 10.10 Uhr und 11.20 Uhr statt, so dass die Schülerinnen und Schüler die Möglichkeit hatten, sich über verschiedene Studiengänge zu informieren. Im Anschluss an die Vorträge gab es die Möglichkeit, Fragen zu stellen. Die Schülerinnen und Schüler haben Wochen zuvor ausgewählt, welche Vorträge sie hören wollten.

Am Ende des Tages wurde eine Reflexion zum dritten Tag durchgeführt: Gelobt wurde von der Klasse 12d unter anderem, dass Studierende ihre Erfahrungen den Schülerinnen und Schülern weitergegeben haben und sehr offen waren. Ein negativer Punkt war, dass wenige duale Studiengänge angeboten wurden. Zum Beispiel gab es den Wunsch, einen Vortrag über duale Studiengänge an Banken zu hören.

Tag Vier: Zeitmanagement

Am vierten Tag ging es um das Zeitmanagement. Die Schülerinnen und Schüler wurden in Gruppen eingeteilt und mussten fünf bis zehn Schritte aufschreiben, die man gehen muss, bis man einen Studienplatz oder einen Ausbildungsplatz bekommt. Im Anschluss an die Gruppenarbeit wurden die Schritte präsentiert und ein gemeinsames Vorgehen erstellt.

Im weiteren Verlauf des Tages hatten die Schülerinnen und Schüler die Möglichkeit, sich Vorträge von ArbeiterKind.de und von der Agentur für Arbeit anzuhören. Schülerinnen und Schüler, die bei den Vorträgen nicht dabei waren, haben einen Evaluationsbogen für die Berufsorientierungswoche erstellt.

Am Ende des Tages ging es um „Meine Schritte: Was ich noch machen muss, bis ich einen Studienplatz bzw. Ausbildungsplatz habe“, basierend auf der Gruppenarbeit vom Tagesanfang.

Anschließend wurde der Unitag am 25. Februar 2015 geplant. Einige Schülerinnen und Schüler freuen sich schon auf den Unitag.

Tag Fünf: Besuch von „prominenten“ Gästen beim Kochen

Am letzten Tag der Berufsorientierungswoche konnten die Schülerinnen und Schüler ihren Tag selber gestalten. Die Klasse 12d hat sich dafür entschieden, in der neuen Küche der Schule zu kochen. Die Vorspeise, eine Gemüsesuppe, wurde von Herrn Kowalski gekocht und die Hauptspeisen von vier Gruppen: eine Jungen-Gruppe machte Lasagne, eine andere Jungen-Gruppe Pasta und zwei Mädchen-Gruppen Pizza. Die Nachspeise Baklava wurde von einem Schüler gebacken. Des Weiteren bereitete Frau Deger einen Salat zu. Während des Essens kamen einige „prominente“ Gäste aus der Stadtteilschule Horn, unter anderem der Abteilungsleiter für die gymnasiale Oberstufe, Herr Domke, und der neue Schulleiter Herr Nehls. Die Gäste lobten das Essen und fragten, ob das nun jeden Freitag so sei. Des Weiteren wurde das Essen im Lehrerzimmer verteilt. Das Kochen machten den Schülerinnen und Schülern sehr viel Spaß.

Evalutation der Berufsorientierungswoche

Am Ende des letzten Tages wurde die Berufsorientierungswoche reflektiert.

Bei der Frage, ob die Berufsorientierungswoche wiederholenswert sei, waren die Schüler und Schülerinnen unterschiedlicher Meinung: Einige sind dafür, da dadurch der Zusammenhalt der Klasse gestärkt wird und wichtige Informationen für den weiteren Weg nach dem Abitur vermittelt wurden.

Andere sind teilweise dafür/dagegen, da auf der einen Seite die Projektwoche größtenteils Spaß gemacht hat und anders war als der gewöhnliche Unterricht. Doch auf der anderen Seite gab es Momente, die langweilig waren, vor allem dann, wenn Schülerinnen und Schüler keine neuen Informationen für ihren weiteren Weg nach dem Abitur erhalten haben. Auch wussten schon einige sehr genau, was sie nach dem Abitur machen wollen.

Dafür war der Spaßfaktor sehr hoch, weil die Projektwoche den Schülerinnen und Schülern unter anderem die Möglichkeit bot, etwas gemeinsam in der Tutorengruppe zu unternehmen. Der Zusammenhalt der Klasse wurde gestärkt, was auch am letzten Tag deutlich wurde.

Weitere Berichte zum Thema „Studien- und Berufsorientierungswoche in der Oberstufe der STS Horn“:

http://www.sts-horn.de/schulprofil/2014/jahrgang-12-zu-gast-in-der-welt-der-studierenden/ (Jahrgang 12 zu Gast in der Welt der Studierenden, Dezember 2014)

Weitere Informationen vom Inhalt der Berufsorientierungswoche unter:

http://www.wir-bilden-den-norden.de/projekte/zukunftspilot-nord-berufsorientierung-fuer-die-oberstufe/ (Informationen über Projekte von Zukunftspilot Nord)

http://www.joblab.de/ (Informationen zum Programm JobLab)

http://www.arbeiterkind.de/ (Informationen über ArbeiterKind.de)

http://www.arbeitsagentur.de/web/content/DE/BuergerinnenUndBuerger/Studium/Studienberatung/index.htm (Informationen von der Agentur für Arbeit)

http://www.unitag.uni-hamburg.de/programm.html (Programm zum Unitag 2015)