„Ausbildung ist Bildung“ – Der Berufsorientierungstag an der Stadtteilschule Horn

Am 12. November 2015 war es wieder soweit: Die Stadtteilschule Horn öffnete ihre Pforten für den alljährlichen Berufsorientierungstag. Zu Besuch waren insgesamt 48 Betriebe und Einrichtungen, die die verschiedenen Ausbildungs- und Studienmöglichkeiten für Schulabgänger vorstellten. Die bunte Vielfalt der Firmen und Institutionen konnte sich sehen lassen: Vertreten waren kaufmännische und medizinische Berufe, das Handwerk, die Logistik, Berufe der Gastronomie und der Informationstechnologie, die Produktionsschulen und viele, viele mehr. Außerdem gab es in diesem Jahr ein großes Angebot für die Oberstufe, das gerne von den angehenden Abiturienten und Abiturientinnen wahrgenommen wurde. Im Anschluss an Vorträge der Studierenden aus den Fachbereichen Jura, Wirtschafts-, Natur- und Sozialwissenschaft bestand die Möglichkeit, Fragen zu stellen und Antworten aus erster Hand zu erhalten.

Einen ganzen Vormittag nutzten die Schüler/innen der Jahrgänge 8 – 13 die Gelegenheit, an den Firmenständen Fragen zu stellen und sich über die Betriebe und Einrichtungen zu informieren. Aber auch Interesse am persönlichen Werdegang der Besucher wurde gezeigt. Außerdem konnten sich die Schüler/innen Tipps für ihre Bewerbungen geben lassen. Dabei wurde immer wieder betont, dass ein Praktikum in dem jeweiligen Berufsfeld von Vorteil sei. Einige Schüler/innen nutzten sogar die Gelegenheit, ihre Bewerbung direkt zu überreichen und möglicherweise einen ersten guten Eindruck zu hinterlassen. Auffällig war, dass die Betriebe und Einrichtungen auch gezielt Gruppen ansprachen. Beispielsweise bietet Arcelor (ehemals Hamburger Stahlwerke) speziell ein Praktikum für Mädchen und junge Frauen an, um diese in die Männerdomäne der Stahlberufe einzuführen. Die Hamburger Verwaltung setzt ihr Konzept der letzten Jahre fort, die kulturelle Vielfalt in den Ämtern und Behörden zu fördern, und ermutigt Schüler/innen mit Migrationshintergrund, sich zu bewerben. Insgesamt war eine angenehme und freundliche Atmosphäre wahrzunehmen.

Der diesjährige Berufsorientierungstag an der Stadtteilschule Horn war deshalb ein besonderer, weil der erste Kooperationsvertrag zwischen der Schule und einem Betrieb, der SCANIA GmbH, geschlossen wurde. In ihrer Zusammenarbeit wollen sowohl Schule als auch Betrieb die Schüler/innen bei der Berufswahl und -vorbereitung unterstützen. SCANIA verpflichtet sich, regelmäßig Praktikumsplätze zur Verfügung zu stellen, und sieht die Kooperation auch als Möglichkeit der Nachwuchsgewinnung. Wir freuen uns über die Zusammenarbeit und hoffen, dass weitere Betriebe dem Beispiel folgen werden!

In der Diskussion, die im Anschluss an die Erkundung stattfand und zu der die Vertreter/innen der Betriebe sowie die Klassensprecher/innen eingeladen waren, sollte die These „Ausbildung ist Bildung“ erörtert werden. Ein Vorteil der Ausbildung wurde immer wieder betont: die direkte Anwendung der Theorie in der Praxis. Des Weiteren könne man nach der Lehre den Weg der Selbständigkeit wagen oder ein Studium anschließen. Leyla aus der 9d gab zu bedenken, dass „man mit dem Abitur eher auffällt.“ Viele Firmenvertreter/innen sahen das anders. Frau Matagkiozis von der Finanzbehörde betonte, dass man seinen Wert nicht vom Abitur abhängig machen dürfe. Und Frau Fuks von Intersoft Consulting Services stellte klar, dass persönliches Engagement und echtes Interesse oft wichtiger seien als Noten. Frau Klaun von der Debeka hingegen sieht den Besuch der Oberstufe als Chance für junge Menschen zu reifen. Es entstand eine rege Diskussion über die Wertigkeit von Abschlüssen und das schlechte Image des Hauptschulabschlusses. Einige Handwerksbetriebe beklagten das mangelnde Interesse an Berufen wie Anlagenmechaniker. Viele wollten sich heute die „Finger nicht dreckig machen.“ Verkannt werde dabei, dass vermeintlich „leichte“ oder beliebte Jobs, wie z.B. der des Hotelfachmanns, ebenfalls anstrengend und nicht unbedingt besser bezahlt seien. Frau Fidler, Ausbilderin an den Döpfer-Schulen (Berufsfachschulen für Physiotherapie und Logopädie), und Herr Spahl von SCANIA betonten, dass das Lernen nicht mit der Ausbildung abgeschlossen sei. Herr Spahl fügte hinzu, dass man einen einmal ergriffenen Beruf nicht sein Leben lang ausüben müsse, sondern einmal getroffene Entscheidungen auch überdacht werden könnten. Schließlich wies der Ausbildungsbeauftragte der Polizei noch einmal ausdrücklich darauf hin, dass sich interessierte Abgänger/innen rechtzeitig – mindestens ein Jahr vor Ausbildungsbeginn – bewerben und im Vorwege „mit offenen Augen durchs Leben gehen und viel fragen“ sollten.

Wir bedanken uns ganz herzlich bei folgenden Unternehmen und Einrichtungen:

Agentur für Arbeit

Airbus

Arcelor Mittal

Ausbildungs Zentrum Bau

Asklepios Kliniken

Autonome Jugendwerkstätten – Malerwerkstatt

Boehling

Bundeswehr

Buss Group

Dachser

Dataport

Dat Backhus

Debeka

Deutsche Post AG

Döpfer Schulen Hamburg

DHL-Freight

ECE

Elmatic

Eurovia Teerbau

Fachverband Garten- Landschafts- und Sportplatzbau

Finanzbehörde – Steuerverwaltung

FOM Hochschule für Oekonomie

Freiwilligendienste

Hamburgische Notarkammer

Haspa

Handwerkskammer

Hotel Panorama

Höffner

Intersoft consulting services

K + A Küchen aktuell

Konditorei Junge

Landhaus Scherrer

Lidl

Maler- und Lackiererinnung

Metall-Innung Hamburg

Polizei

Pretty Good Food GmbH & Co KG

SCANIA Vertrieb und Service

Schnupperpraktikum

Sprungbrett Produktionsschulen

Staatl. Schule Gesundheitspflege (W4)

Studierendenwerk Hamburg AöR

Telekom

Unterweger

Verband Straßengüter und Logistik

Volkswagen Automobile

Zahnärztekammer Hamburg

Ein herzlicher Dank gilt auch den Organisatorinnen Frau Bostelmann, Abteilungsleiterin der Jahrgänge 8 – 10, Frau Johann, Beauftragte für Berufsorientierung, und Frau Rhein, Berufsschullehrerin mit dem Schwerpunkt Berufsberatung an der Stadtteilschule Horn.